Fahrplantreue: um die Abweichung herum planen, statt über sie zu streiten
Der Auftrag
Die Liegeplatzplanung des Betreibers und sein größter Speditionskunde stritten seit einem Jahr über Ankunftspünktlichkeit. Beide hatten Daten. Die Daten passten nicht zusammen, weil die eine Seite gegen den veröffentlichten Fahrplan maß und die andere gegen das am Vorabend vereinbarte Liegeplatzfenster.
Was wir fanden
In einer Stichprobe über zwölf Wochen erreichten 61 % der Anläufe das vereinbarte Liegeplatzfenster. Die mittlere Abweichung betrug 94 Minuten, entscheidend war jedoch die Verteilung: zwei Drittel der Verspätung entfielen auf jeden achten Anlauf. Diese Anläufe waren fast immer bereits am Vorabend um 18:00 Uhr vorhersehbar — und niemand gab diese Prognose an Gate oder Yard weiter.
Was verändert wurde
Wir definierten eine gemeinsame Ankunftsgröße — prognostizierte ETA gegen das vereinbarte Liegeplatzfenster, in Minuten, mit einem Verantwortlichen — und bauten die Auswertungsansicht, die sie für Liegeplatzplanung, Yard, Gate-Team und Kunden gleichzeitig sichtbar machte. Die Freigabe der Gate-Slots folgte danach der Prognose statt dem veröffentlichten Fahrplan.
Gemessenes Ergebnis
Die Fenstertreue stieg über zwei Quartale von 61 % auf 78 % — vor allem, weil nach der Prognose gehandelt wurde, nicht weil Schiffe schneller wurden. Die Lkw-Abfertigungszeit auf den betroffenen Diensten sank um durchschnittlich 14 Minuten. Streitfälle über Liegegeld mit diesem Kunden gingen von elf auf zwei je Quartal zurück.
Einschränkung
Das letzte Quartal des Messzeitraums lag mengenmäßig rund 6 % unter dem ersten. Wir schätzen, dass davon zwei bis drei Prozentpunkte der Verbesserung stammen, und haben das im Bericht so geschrieben.
„Der Streit hörte in der Woche auf, in der wir uns geeinigt haben, welche Uhr wir ablesen.“